Oberschule: Streichung des Sprachenbezuges, der Medienkompetenz und des vernetzten Denkens aus den Zielsetzungen grober Unfug

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Donnerstag, den 15. Juli 2010 um 10:30 Uhr

schueler120Als „groben Unfug“ bezeichnen der Landtagsabgeordnete Andreas Pöder und Bildungssprecher Roland Stauder der Union für Südtirol die Tatsache, dass die erste Gesetzgebungskommission  die Mehrsprachigkeit sowie die Medienkompetenz und das vernetzte Denken aus den Zielsetzungen des Oberstufenreformgesetzes gestrichen hat. „Wenngleich im Abs. 1 des ersten Artikels des Gesetzentwurfes die Mehrsprachigkeit noch enthalten ist, so hätte man im zweiten Absatz eine weniger umständliche und präzisere Formulierung wählen können, anstatt all das aus den Zielsetzungen zu streichen, was jungen Menschen unter anderem mit auf den Weg gegeben werden muss, um die Herausforderungen der heutigen Zeit zu streichen: Sprachen, Kompetenz im Umgang mit den neuen Informationsmöglichkeiten, vernetztes Denken in einer globalisierten Welt“, erklären Pöder und Stauder.  „Das Erlernen zusätzlicher Sprachen ist eine der wichtigen Aufgaben der Bildungs- und Schulpolitik, wir Eltern erwarten, dass die Schule den Kindern und Jugendlichen Sprachkompetenz in mehreren Sprachen mit auf den Weg gibt“, unterstreichen die Unions-Funktionäre. „Wer sich dagegen stemmt, dass unsere Kinder mehrere Sprachen erlernen, schadet der Entwicklung unserer Kinder und unserer Volksgruppe. Bildungs- und Schulpolitik darf nicht von Leuten maßgeblich beeinflusst werden, die nicht verstehen, welche Bedürfnisse unsere Kinder haben. Auch der kompetente Umgang mit den neuen Kommunikationsmedien und das vernetzte Denken sind ein Muss für die Zukunftsentwicklung einer Gesellschaft, insbesondere einer kleinen Volksgruppe wie der unseren. Sprachen, Medienkompetenz und vernetztes Denken sind in Zukunft wichtiger denn je.“

„Mehrsprachigkeit bedeutet nicht Gemischtsprachigkeit sondern das Erlernen zusätzlicher Sprachen zur Muttersprache. Unsere Kinder verlieren nicht die Identität, weil sie zusätzliche Sprachen erlernen, so lange das muttersprachliche Prinzip in der Schule erhalten bleibt. Dieses muttersprachliche Prinzip wird weder durch das Erlernen mehrerer Sprachen noch durch einen Verweis auf die Mehrsprachigkeit in Frage gestellt. Die Südtiroler Schule braucht keine Gemischtsprachigkeitsmodelle sondern muss sich endlich anstrengen, in den ausreichend zur Verfügung stehenden Stundenzahl den Schülern und Studenten Zweit- und Fremdsprachen besser zu vermitteln. Wer die eigene Volksgruppe stärken will, der muss danach trachten, dass unsere Kinder bestmöglichst ausgebildet in das Erwachsenenleben geschickt werden. Dazu gehört auch das Erlernen mehrerer Sprachen“, so Pöder und Stauder weiter..

Weiters kritisiert  die Union auch das rechte italienische Lager, das in der Mehrsprachigkeit ebenfalls eine ethnopolitische Mission sieht anstatt sich auf die Bildungspolitik zu beschränken.

„Der Begriff Mehrsprachigkeit wird sowohl auf deutscher als auch auf italiensicher Seite von ein einigen politischen Vertretern als ethnopolitisches Kampfinstrument verwendet, obwohl das erlernen mehrerer Sprachen die Identität von Jugendlichen nicht schwächt sondern stärkt.“

Pöder und Stauder schlagen vor, anstatt den gestrichenen Begriff Mehrsprachigkeit den Begriff „Sprachkompetenz“ bzw. „sprachkompetente“ und die Medienkompetenz sowie das vernetzte Denken wieder ins Gesetz aufzunehmen.

 

Der Satz im Art. 1, Abs. 2 des Oberstufengesetzes hieß vor der Streichung durch die 1. Gesetzgebungskommission:

„Die Absolventinnen und Absolventen tragen als mündige, mehrsprachige, vernetzt denkende und medienkompetente Bürgerrinnen und Bürger zur kulturellen, sozialen, wirtschaftlichen und ökologischen Entwicklung eines demokratischen Gemeinwesens bei.“

Der Satz nach der Streichung:

„Die Absolventinnen und Absolventen tragen als mündige zur kulturellen, sozialen, wirtschaftlichen und ökologischen Entwicklung eines demokratischen Gemeinwesens bei.“

 

Der Vorschlag des L.Abg. Andreas Pöder:

„Die Absolventinnen und Absolventen tragen als mündige Bürgerinnen und Bürger mit hohem Allgemeinwissen, spezifischem Fachwissen, Sozial- und Sprachkompetenz, Medien- und Kommunikationskompetenz und geübt im vernetzten Denken zur kulturellen, sozialen, wirtschaftlichen und ökologischen Entwicklung des demokratischen Gemeinwesens und der Volksgruppen bei.“


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