Familienpolitik: „Familien mit Kindern dürfen nicht immer die Benachteiligten sein!“

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Mittwoch, den 21. Juli 2010 um 15:39 Uhr

leeretaschen120px„Die von der Landesregierung geplante Berechnungsmethode für die einheitliche Einkommens- und Vermögensberechnung benachteiligt Familien mit zwei und mehreren Kindern und muss deshalb in einem eigenen Südtiroler Modell angepasst werden“, fordert der Landtagsabgeordnete der Union für Südtirol, Andreas Pöder. „Im Rahmen der in Südtirol angewandten Gewichtungsskala geht man davon aus, dass die nötigen Finanzmittel für die Essen, Bekleidung und Hygiene mit zunehmender Familiengröße abnehmen“, zitiert Pöder aus der Antwort von Soziallandesrat Richard Theiner auf eine Unions-Anfrage. „Diese Berechnungsmethode und die dazugehörigen Koeffizienten zeigen, dass eine Familie mit mehreren Kindern im Verhältnis weniger Pro-Kopf Förderungsmittel erhält als ein Einpersonenhaushalt oder eine Kleinstfamilie“, so Pöder.

„Diese Gewichtung mag zwar auch in einigen anderen Ländern üblich sein ist deshalb aber nicht richtiger und gerechter. Größere Familien haben zum Beispiel hinsichtlich der Wohnungskosten oder auch Fahrzeugkosten oder Reise- und Unterbringungskosten im Verhältnis wesentlich höhere Ausgaben als Ein- bzw. Zwei- oder Drei-Personenhaushalte“, gibt der Unions-Abgeordnete zu bedenken.

Die Gewichtungsskala bei der Berechnung des Einkommens und entsprechend auch der öffentlichen Fördermittel ist nach Ansicht Pöder paradox:

„Eine Einzelperson, die alleine wohnt erhält bei der Berechnung ein Plus von 0,2 zuerkannt, während dies bei Einer Familie mit Frau und Mann und zwei oder drei minderjährigen Kindern nicht der Fall sofern ein Elternteil nicht berufstätig ist und zu Hause die Kinder betreut und erzieht. Nur wenn beide Eltern berufstätig sind, gibt es eine Aufstockung des Berechnungswertes“, kritisiert Pöder.

„Zudem gibt es für ein zweites oder drittes oder gar viertes Kind einen niedrigeren Wert, als für einen Singlehaushalt oder für eine Familie keinem oder nur einem Kind. Mehrkindfamilien sind bei dieser Berechnungsmethode wieder einmal die Benachteiligten“, bemängelt der Unions-Abgeordnete.

„Es ist deshalb kein Wunder, wenn es immer mehr Südtiroler Haushalte ohne Kinder oder mit nur mehr einem Kind gibt und der Geburtenindex der Südtirolerinnen und Südtiroler weiterhin zu niedrig für den Fortbestand der Volksgruppe ist“, so Pöder.

„Der Berechnungsindex für Sozialleistungen und öffentliche Förderungen muss die Mehrkindfamilie belohnen und nicht bestrafen“, so Pöder abschließend. „Im Rahmen der gesetzlichen Neuregelung des Förderungssektors und der Einheitlichen Einkommens- und Vermögensberechnung muss die Gewichtung von den Single- oder Kleinsthaushalten hin zu den Zwei- und Mehrkindfamilien verschoben werden.“


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